Tagung: Michael Gaismair und die Frage der Gerechtigkeit im historischen und aktuellen Kontext

Vom 7. bis 9. Mai 2025 findet im Stadttheater Sterzing die Tagung „Michael Gaismair und die Frage der Gerechtigkeit im historischen und aktuellen Kontext“ statt. Die Tagung wird gemeinsam von der Stadt Sterzing, dem Landesarchiv und der Michael-Gaismair-Gesellschaft organisiert. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme ist kostenlos.

WO: Stadttheater | Teatro comunale, Johann-Wolfgang-von-Goethe-Platz 1, Sterzing | Vipiteno

MITTWOCH 7.5.2025 (Stadttheater | Teatro comunale)

19.00 Uhr Begrüßung

19.30–20.30 Uhr: Ralf Höller (Bonn): Die Bauernkriege 1525/26. Vom Kampf gegen Unterdrückung zum Traum einer Republik

DONNERSTAG 8.5.2025 (Stadttheater | Teatro comunale)

9.00–9.45 Uhr: Martin P. Schennach (Innsbruck): es thue khain guet, man schlag dann die herrn alle zu tod. Gewalt im Tiroler Bauernkrieg

9.45–10.30 Uhr: Vito Conego (Passau): Rollenverständnisse, Mitwirkungsmöglichkeiten,

Zukunftsvisionen – Frauen im Bauernkrieg unter besonderer Berücksichtigung Tirols

10.30–11.00 Uhr: Pause

11.00–11.45 Uhr: Marco Bellabarba (Trento): Una „guerra rustica”? Contadini, nobili e cittadini nel Principato vescovile di Trento (1525)

12.00–14.00 Uhr: Mittagspause

14.00–14.45 Uhr: Giorgio Politi (Venezia): Se avesse vinto, quale stato per Michael Gaismair?

14.45–15.30 Uhr: Bomumil Jirousek (České Budějovice | Budweis): Der tschechische Historiker Josef Macek und seine Sicht auf Michael Gaismair

15.30–15.45 Uhr: Pause

15.45–16.30 Uhr: Philipp Tolloi (Bozen | Bruneck): Der Tiroler Bauernkrieg und Michael Gaismair in der (trans-)regionalen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur

17.00–18.30 Uhr: Stadtführung Alois Karl Eller | Norma Corti

Anmeldung bis spätestens 5. Mai 2025: karin.hochrainer@sterzing.eu

FREITAG 9.5.2025, 9.00-12.15

Vortrag zu Fragen der Künstlichen Intelligenz und nach Gerechtigkeit

Workshops für Südtiroler Oberschulen zu Gerechtigkeit gegenüber den Tieren und der Natur, Gleichheit und Differenz – Was bedeutet Geschlechtergerechtigkeit?, Soziale Gerechtigkeit – bedingungsloses Grundeinkommen und Gemeinwohl-Ökonomie

Podcast: Der vergessene Held Michael Gaismair – SALTO-Podcast „In der Streitergasse“

Symposion Michael Gaismair und der Tiroler Bauernkrieg

Wo: Tiroler Bildungsinstitut Grillhof, Grillhofweg 100, Igls-Vill

Wann: Freitag, 21.3.2025, 9:00–18:00 Uhr

Im Jahr 1525 erhoben sich die Bauern Tirols zu einem dramatischen Aufstand gegen die Obrigkeit. In Rahmen dieses Symposions werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Bauernkriege – Revolution des „gemeinen Mannes“ – und seiner Protagonisten erläutert.

Ein besonderer Focus wird auf das Leben und Wirken Michael Gaismairs gelegt. Im Rahmen einer Buchausstellung und einer Kunstaustellung wird die Geschichte der Bauernkriege und der Rolle Michael Gaismairs ein besonderer Platz eingeräumt. Das Symposion stellt auch einen Bezug zu den aktuellen Bauernprotesten her.

Programm

09:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung durch LH Anton Mattle

09:15 Uhr Michael Gaismair und der Aufstand der Tiroler Bauern: Rebellion 1525

Dr. Robert Rebitsch, Historiker und Lehrbeauftragter der Univ. Innsbruck

10:15 Uhr Michael Gaismair und die Tiroler Landesordnung

Dr. Hannes Obermair, Historiker an Eurac Research, Südtirol

11:00 Uhr Pause

11:15 Uhr Podiumsgespräch mit

Dr. Robert Rebitsch, Dr. Hannes Obermair und Dr. Michael Forcher

Was haben uns Michael Gaismair und die Bauernaufstände heute noch zu sagen?

12:15 Uhr Mittagessen

13:30 Uhr Michael Gaismair: Rezeption und politische Instrumentalisierung

Univ. Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber, Historiker, Leiter von ERINNERN:AT Tirol

14:30 Uhr Hinweis zur Buchausstellung

15:00 Uhr Pause

15:30 Uhr Bejubelt, verfolgt, vergessen

Michael Gaismair in der Literatur – von Franz Kranewitter bis Felix Mitterer

Univ. Prof. Dr. Ulrike Tanzer, UNI Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner Archiv

16:45 Uhr Einführung in die Michael Gaismair Ausstellung mit Werken von

Prof. Milan Batista, Prof. Sepp Schwarz, Prof. Heinrich Tilly: Margret Lechner ehem. Stv. Leiterin des TBI-Grillhof

18:00 Uhr Abendessen

Veranstalter: Tiroler Bildungsinstitut Grillhof

Schriftliche Anmeldung bis 22. Februar 2025

Tel.: 0512/38 38 – 0, E-Mail: bildung@grillhof.at bzw. Homepage www.grillhof.at

Präsentation des Gaismair-Jahrbuchs 2025: Jubiläum

Mittwoch, 27. November 2024, 19:00 Uhr

Kulturbogen 55, Viaduktbögen 55, Innsbruck

Musik:

Kathman Duo – Folk von Nord bis Ost

Katharina Schwärzer: Geige, Stimme · Stefan Manges: Akkordeon, Stimme

Präsentation der Schwerpunkte des Jahrbuchs

Elisabeth Hussl, Selina Mittermeier, Horst Schreiber

15 Jahre Literatur im Gaismair-Jahrbuch / Umberto Eco und die Stiftsbibliothek Melk

Christoph W. Bauer

Menschenrechte, Gewalt und Widerstand vor Ort

Elisabeth Hussl im Gespräch mit Barbara Maldoner-Jäger im Gespräch mit Sophie Lindtner

und Christian Schwaiger zur Lage in Chiapas/Mexiko

Visuelle Kunst

Andrei Siclodi über NS-Täterinnen und ihre öffentliche Wahrnehmung nach 1945

Zum Umgang mit der Forschung zur katholischen Heimerziehung in Tirol

Horst Schreiber im Gespräch mit Ina Friedmann

Die Schwerpunkte des Gaismair-Jahrbuches 2025:

  • MENSCHENRECHTE, GEWALT UND WIDERSTAND VOR ORT
  • DER GENOZID AN DEN ROMA UND SINTI 
  • POLITIK – ARBEIT – SPRACHE
  • HEIMKINDER – AUFKLÄRUNG UND WERTSCHÄTZUNG
  • MENSCHENGESCHICHTEN
  • ERINNERUNGSLANDSCHAFT
  • VISUELLE KUNST
  • LITERATUR

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen zur Präsentation des Gaismair-Jahrbuchs 2025Für die Michael-Gaismair-Gesellschaft: Elisabeth Hussl, Selina Mittermeier, Horst Schreiber

Horst Schreiber/Elisabeth Hussl (Hg.): Gaismair-Jahrbuch 2025

Mit Beiträgen zum Genozid an den Roma und Sinti in der NS-Zeit und seinen Nachwirkungenin Österreich, zu Jenischen Deserteuren und zur Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus in Tirol sowie im Kontext der visuellen Kunst am Beispiel des KZ Ravensbrück

Das Gaismair-Jahrbuch 2025 thematisiert Femi(ni)zide, die Menschenrechtslage und aktivistischen Widerstand in verschiedenen Ländern sowie Geschichte und Gegenwart von Roma, Sinti und Jenischen in Österreich. Ein Schwerpunkt setzt sich mit der Aufarbeitung von Gewalt an Kindern in konfessionellen Heimen auseinander, zwei weitere mit Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus in Tirol und im Kontext der visuellen Kunst am Beispiel des KZ Ravensbrück. Weitere Themenbereiche behandeln Biografien und Familiengeschichte, die Wahlen in Innsbruck und die Krise der Parteien, die Rolle von Satire und Artifizieller Intelligenz sowie den Erwerb der deutschen Sprache aus feministischer Sicht. Den Literaturteil bestreitet Christoph W. Bauer.

MENSCHENRECHTE, GEWALT UND WIDERSTAND VOR ORT: Femi(ni)zide in Österreich · Menschenrechtsverletzungen in Mexiko · Rojava: Demokratischer Aufbau inmitten des Krieges · Homophobie und LGBTQI-Aktivismus in Uganda

DER GENOZID AN DEN ROMA UND SINTI IN DER NS-ZEIT: Marginalisierung, Verfolgung und Ermordung der österreichischen Roma und Sinti · Die Erinnerungslandschaft des Roma-Genozids · Gegen das Vergessen – für eine gleichberechtigte Zukunft! · Jenische Deserteure in der Wehrmacht

POLITIK – ARBEIT – SPRACHE: Wahlen in Innsbruck · Krise der Parteien – insbesondere der Grünen Partei· Artifizielle Intelligenz und Arbeit · Satire – zwischen Amüsement und Vernichtung · Bedingungen des Deutschlernens in Österreich

HEIMKINDER – AUFKLÄRUNG UND WERTSCHÄTZUNG: Die TV-Reportage Problemkinder von 1980 · Zum Umgang mit den Forschungsergebnissen zur katholischen Heimerziehung in Tirol

MENSCHENGESCHICHTEN: Über den gescheiterten Versuch, meinem Großvater näher zu kommen · Eine Sozialarbeiterin mit der Kraft des Glaubens · Kleine Leute in einer großen Wanderbewegung

ERINNERUNGSLANDSCHAFT: Das Projekt Wortdenkmal der gedenk_potenziale 2024 · Auseinandersetzung mit NS-Täter*innenschaft in der eigenen Familie · Gedenkzeichen für Helene Delacher · Jakob, Sofia und Lorraine Justman · Gedenkrede für Hilde Vogl

VISUELLE KUNST: Zur Wahrnehmungsgeschichte des weiblichen SS-Gefolges seit 1945 · Künstlerische Interventionen und Methoden zur NS-Täterinnenschaft

LITERATUR: Christoph W. Bauer: Umberto Eco und die Stiftsbibliothek Melk

Zum Inhalt und den Einleitungen der Schwerpunkte

Buch Sabine Pitscheider: Hakenkreuz am Hahnenkamm. Kitzbühel in der NS-Zeit

Studien zu Geschichte und Politik der Michael-Gaismair-Gesellschaft Band 33, herausgegeben von Horst Schreiber

Kitzbühel entwickelte sich mit der Hahnenkammbahn, mondänen Bällen, rustikalen Belustigungen und einem Spielkasino in den 1930er Jahren zu einem Eldorado des alpinen Skisports. Politisch war die Stadt ein unruhiges Pflaster, persönliche Kränkungen und die Folgen der Wirtschaftskrise behinderten den Gemeinderat. 1931/32 drang der Nationalsozialismus ein, ihm folgten zuerst angesehene Bürger, die ihm einen seriösen Anstrich verliehen. Nach dem Verbot aller NS-Organisationen überzogen Illegale die Stadt mit Terror. 

Den „Anschluss“ begrüßte die Gemeinde begeistert, einige Wenige litten unter Verfolgungen. In den Jahren 1938 bis 1945 beherrschte das NS-Regime jeden Bereich des Lebens, jagte Andersdenkende, ermordete „unwertes Leben“, „arisierte“ Eigentum, beschränkte die Macht der katholischen Kirche und raubte Klosterbesitz. Kitzbühel bot eine Bühne für sportliche Großveranstaltungen. Luftwaffe und Polizei ließen sich nieder. Kriegsgefangene und ZwangsarbeiterInnen ersetzten zur Wehrmacht eingezogene Männer. Ab 1943 besetzten Schulen aus dem bombenbedrohten Deutschen Reich, Lazarette und Umquartierte die Betten in den Tourismusbetrieben. NS-Prominente wie Leni Riefenstahl siedelten sich an. 

In den ersten Maitagen 1945 befreite die US-Armee die Stadt vom NS-Regime, begleitet von Skandalen entwickelte sich eine demokratische Verwaltung. Lange Zeit dominierte der Prozess der nur unzureichend durchgeführten Entnazifizierung; Lügen und Ausreden begleiteten Gesellschaft und Politik, in die Ehemalige im Jahr 1950 zurückkehrten.

Zum Inhalt, dem Vorwort und der Vorbemerkung

Gisela Hormayr: Der Kommunist Johann Schmidt (1901–1945) und sein Kriegstagebuch

Studien zu Geschichte und Politik der Michael-Gaismair-Gesellschaft Band 32, herausgegeben von Horst Schreiber

Gisela Hormayr zeichnet das Porträt eines klassenbewussten Arbeiters, der trotz der Fesseln seiner Herkunft nach Wissen strebte und kraft eigener Überlegungen Klarsicht gewann, um mitzuwirken an der Überwindung von Faschismus und Krieg, Not und Ausbeutung.

Am 4. Jänner 1945 starb Johann Schmidt, 44, unter dem Fallbeil im Hinrichtungsraum des Landesgerichts Graz – nach mehr als zweijähriger qualvoller Haft in Gefängnissen und dem Konzentrationslager Dachau, von den Richtern des nationalsozialistischen Volksgerichtshofs für schuldig befunden des „Hochverrats“ und der „Feindbegünstigung.“ 

Schmidt war gelernter Maurer, lebte mit Frau und Sohn in Schwoich bei Kufstein und war, wie viele Arbeiter seiner Generation, Autodidakt. Er hatte sich umfangreiches historisches und geografisches Wissen angeeignet, war belesen und: Er war Kommunist. Aus seiner politischen Überzeugung machte er keinen Hehl, sprach am Arbeitsplatz über die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft in der Sowjetunion, für die es auch in Österreich zu kämpfen gelte. Denunziert von der Ehefrau eines Arbeitskollegen, wurde Schmidt im Sommer 1942 verhaftet. Aktivitäten in der Kufsteiner Widerstandsgruppe um Adele Stürzl waren nicht nachzuweisen, aber Briefe an seine Familie, beschlagnahmt bei einer Hausdurchsuchung, und die Aussagen von Arbeitskollegen belasteten ihn schwer. Sein „Kriegstagebuch“, Aufzeichnungen aus den Jahren 1939 bis 1942, blieben unentdeckt. Sie dokumentieren seinen unerschütterlichen Glauben an den Sieg der Sowjetunion, aber auch seine scharfsichtige Analyse der nationalsozialistischen Propaganda.

Dieses Tagebuch ist ein einzigartiges Dokument, entstanden in dem Wissen um das Risiko der Entdeckung und überliefert durch glücklichen Zufall.

Zum Vorwort und dem Inhalt

NS-Täterinnen in der öffentlichen Wahrnehmung nach 1945

Eine Veranstaltung der Reihe Erinnerungskultur aufarbeiten? Perspektiven auf aktuelle Tendenzen im Umgang mit NS-Vergangenheit in Kunst und Kultur in Tirol und darüber hinaus

Wo: Stadtteiltreff Wilten, ISD – Innsbrucker Soziale Dienste, Raum Veldidena, Leopoldstraße 33a, 6020 Innsbruck

Wann: 10. April 2024, 18 00 Uhr


PANELDISKUSSION

mit

Insa Eschebach, Religionswissenschaftlerin, vormalige Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Johann Holzner, Literaturwissenschaftler, vormaliger Leiter des Forschungszentrums Brenner-Archiv, Innsbruck

Dominique Hurth, Künstlerin, künstlerische Leiterin des Projektes Bilder, Stimmen und Klischees – Künstlerische Interventionen in der historischen Ausstellung „Im Gefolge der SS“ der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Konzeption und Moderation: Andrei Siclodi, Redakteur des Bereichs „Visuelle Künste“ im Michael-Gaismair-Jahrbuch und Leiter des Künstler:innenhauses Büchsenhausen, einer Sektion der Künstler:innen Vereinigung Tirol


VERANSTALTER:INNEN: Michael-Gaismair-Gesellschaft, Künstler:innenhaus Büchsenhausen, ERINNERN:AT Tirol

Die Veranstaltung rückt die noch immer nicht ausreichend differenziert diskutierte Rolle von Frauen im Nationalsozialismus und die Wahrnehmung sowie Bewertung ihrer Biografien nach 1945 in den Fokus. Zwischen verbreiteten Betrachtungsweisen wie „Frauen waren Opfer, Männer waren Täter“ einerseits und der Figur der „Lust- und Schreckensfigur der devianten SS-Bestie“ (Eschebach) andererseits entfaltet sich ein breites Feld von Positionen, das es nach wie vor zu erforschen gilt. Dies erscheint uns aufgrund des gegenwärtigen Wiedererstarkens rechter Ideologien – unter anderem auch von Frauen* getragen – und deren zunehmender Normalisierung als „politische Mitte“ als besonders relevant.

Diese Veranstaltung ist der zweite Teil der im Frühsommer 2023 gestarteten


PROGRAMMABLAUF:

Einleitung: Andrei Siclodi

Impulsvorträge und -präsentationen (je 20 min):

Insa Eschebach: SS-Bestien und KZ Megären: Zur Wahrnehmungsgeschichte des weiblichen SS-Gefolges seit 1945

Dominique Hurth: „Scheibengardinen, keine Übergardinen. Nur Scheibengardinen, so.“ Künstlerische Interventionen und Methoden zur weiblichen NS-Täterschaft

Johann Holzner: Vom NS-Parnass zur Kritik der Avantgarde: Ingeborg Teuffenbach (1914 – 1992)

Anschließend: Diskussion zwischen den Teilnehmer:innen mit Publikumsteilnahme. Moderation: Andrei Siclodi

Präsentation des Gaismair-Jahrbuchs 2024: Alles in Ordnung

Mittwoch, 22. November 2023, 19:00 Uhr

Kulturbogen 55, Viaduktbögen 55, Innsbruck


MUSIK:

Kathman Duo – Folk von Nord bis Ost

Katharina Schwärzer: Geige, Stimme

Stefan Manges: Akkordeon, Stimme


Präsentation der Schwerpunkte des Jahrbuchs

Elisabeth Hussl, Selina Mittermeier, Horst Schreiber

„[W]eil sie sich lieben.“

Ina Friedmann zur Verfolgung von Ludwig Sobotnik (1885–1944)

Dêrsim 1937–1938

Çağla Bulut über eine Innsbrucker Initiative, die der Opfer des Dêrsim Genozids gedenkt.

Keine:r von uns?

Flavia Guerrini zur Frage der Zugehörigkeit bei Nachkommen alliierter Soldaten

Erinnerungskultur aufarbeiten

Andrei Siclodi zum Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Kunst- und Kulturszene Tirols

Wir gleichen dem namenlosen Wanderer

Christoph W. Bauer über Peter Härtling und Zwettl


Die Schwerpunkte des Gaismair-Jahrbuches 2024:

  • GEWALT GEGEN HOMOSEXUELLE
  • DÊRSIM – DER NICHT ANERKANNTE GENOZID
  • JENISCHE
  • HEIMAT
  • KIND ALLIIERTER SOLDATEN
  • MEMORIES OF MEMORIES. ORADOUR
  • JUGEND
  • ERINNERUNGSKULTUR AUFARBEITEN
  • LITERATUR

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen zur Präsentation des Gaismair-Jahrbuchs 2024

Für die Michael-Gaismair-Gesellschaft: Elisabeth Hussl, Selina Mittermeier, Horst Schreiber

Horst Schreiber: Die Lager von Schwaz 1944–1988

NS-Zwangsarbeiterlager, Entnazifizierungslager Oradour, Flüchtlingslager St. Margarethen, Armenlager Märzensiedlung

Neuerscheinung 2023: Band 30 der Studien zu Geschichte und Politik der Michael-Gaismair-Gesellschaft, hg. von Horst Schreiber

944 bauten die Nationalsozialisten zwei Kilometer im Inneren des Bergwerks der Stadt Schwaz eine Fabrik. Ausländische Zwangsarbeiter fertigten in dieser Messerschmitthalle Teile des Düsenjägers Me 262.

In eines der Schwazer Zwangsarbeiterlager sperrte die französische Militärregierung ehemalige Nazis ein. Sie nannte das Lager „Oradour“, nach jenem Ort, wo die SS hunderte Menschen ermordet hatte.

1948 bevölkerten Vertriebene und Geflüchtete das Lager, ab Herbst 1954 randständige, wohnungslose und armutsbetroffene Menschen. Aus „Oradour“ wurde St. Margarethen, aus dem Flüchtlingslager die Märzensiedlung: ein Schandfleck vor den Toren der Kulturstadt Schwaz. 1988 entfernte ihn die Gemeinde – 44 Jahre nach dem Erstbezug des Lagers in der NS-Zeit.

Die Lager stehen nicht mehr, die Erinnerungen verblassen, die Erzählungen stocken, was bleibt, sind Gerüchte. Das Buch von Horst Schreiber stärkt das Gedächtnis und ermutigt zu sprechen. Nicht nur über die Nazizeit.

Inhalt und Einleitung

Zeitstrahl

Buchpräsentation Mittwoch, 13. September 2023, 19 Uhr, Mathoi-Haus, Innsbrucker Str. 17, 6130 Schwaz

Buchpräsentation mit Musik: Kathman Duo – Katharina Schwärzer (Geige, Stimme) und Stefan Manges (Akkordeon, Stimme): Donnerstag, 19. Oktober 2023, 19 Uhr, Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstraße 15, 6020 Innsbruck

Peter Goller: „… wegen der geringsten Vergehen gegen das Koalitionsrecht!“ Streik- und Arbeiterkoalitionsrecht in Österreich 1867–1914

NEUERSCHEINUNG 2023: Band 28 der Studien zu Geschichte und Politik der Michael-Gaismair-Gesellschaft, hg. von Horst Schreiber

1870 hat die österreichische Arbeiterklasse das Koalitionsrecht errungen. Sozialdemokratische Arbeitsrechtler wie Isidor Ingwer oder der SP-Reichsratsabgeordnete Leo Verkauf haben in den Jahren vor 1914 vor dem Hintergrund radikaler, oft mit militärischer Gewalt unterdrückter Arbeitskämpfe beschrieben, wie das Streikrecht vom habsburgischen Behördenapparat bis zur offenen Repression eingeschränkt wurde.

Viele Arbeiter und Arbeiterinnen wurden wegen kleiner Verstöße gegen das Koalitionsgesetz belangt. Nach dem Vereins- und Versammlungsrecht wurden Arbeitervereine verboten, Streikversammlungen aufgelöst. Mit dem „Prügelpatent“ von 1854 wurde gegen Streikposten vorgegangen. Unzählige Arbeiter wurden nach der „Kontraktbruchregelung“ der Gewerbeordnung sanktioniert. Mit Hilfe der „Vagabundengesetzgebung“ wurden Streikende abgeschoben und „abgeschafft“.

Das Buch erinnert an Isidor Ingwer, der schon 1893 wegen des Ausrufs „Es lebe die rothe revolutionäre Socialdemokratie!“ als „äußerst gefährlicher Agitator“ abgeurteilt und aus Mähren vertrieben wurde. Am 19. August 1942 kam Ingwer kurz nach seiner Deportation im KZ Theresienstadt ums Leben.

Vorwort, Einleitung, Inhaltsverzeichnis

Peter Goller: Langfassung seines Vortrags zum Buch